Freilegung der Bach-Gellert-Gruft

 

 

Nach Bachs Tod im Jahre 1750 wurde seiner nicht einmal mit einem Grabstein gedacht. Erst 1850 - auf Initiative der Bachgesellschaft hin - sollte endlich an Bachs Grab erinnert werden.  Mehr als ein 1 ein Jahrhundert mußte vergehen, ehe nun wenigstens eine Gedenktafel  an der äußeren Mauer der alten Johanniskirche die Grablegung markierte.

 Die Tatsache, dass Bach durch Begräbnis–und Orgeldienst in der Johanniskirche stark beschäftigt war, führte zum Einbau einer Bach – Gellert-Gruft im Inneren des 1895/97 neu errichteten Schiffes der Johanniskirche. Für die Lokalisierung einer solchen Gruft spielte die starke Ortsbezogenheit der ehemaligen Grablegung eine übergeordnete Rolle.

Auch nach der schweren Beschädigung der Bauten 1943/44 und in Vorbereitung auf ein künftiges Bachmausoleum trug man sich bis 1948 mit dem Gedanken, die noch vorhandene Bachgruft angemessen zu belassen. Der räumliche Zusammenhang zwischen Bachgruft und noch existierendem Johanniskirchturm wurde unterstützt von der Auffassung, dass Bach in der Johanniskirche wohl beruflich mehr Zeit aufwendete als in der Thomaskirche.

Der darauf folgende Abbruch von Kirchenschiff und Gruft im Jahre 1949  und die Verlegung der Gebeine von Bach und Gellert hatte dabei eher pragmatische Hintergründe.

 Dem Umstand, daß damit auch die musikgeschichtliche Verortung verloren gehen mußte, war man sich offenbar nicht bewußt.

>> Man war sich dabei offenbar nicht bewusst, dass damit auch die musikgeschichtliche Verortung verloren gehen musste.<<

Nunmehr v Viele Jahre nach diesem „Vergessen“ ergibt sich nun eine neue Chance. Zum einen verlangen Platz und Umgebung nach städtebaulicher Reparatur, wobei der Höhenakzent mit dem Wiederaufbau des Johanneskirchturmes hilfreich sein könnte. Zum anderen bietet die Freilegung der Bach–Gellert-Gruft nicht nur die Möglichkeit, auf den ursprünglichen Grablegungsort aufmerksam zu machen, sondern mit Hilfe einer modernen Gestaltung der unterirdisch gefundenen Gruftteile geschichtliche Idendtität wieder herzustellen.  

Diesen baulich vollkommen getilgten, aber ehemals dominanten und wichtigen Wirkungsort Bachs wieder zu markieren und aufzuwerten, sollte Teil einer uns verpflichtenden Erinnerungskultur sein.

 Im Oktober 2014 begann unter der Obhut des Vereuins die Freilegung der Bach-Gellert-Gruft.