Das Erinnerungskreuz von 2013

 

Errichtung eines Erinnerungskreuzes

 

 

Dem 1585 geweihten Bau der Johanniskirche, fügte der Baumeister George Werner in den Jahren 1746/48 einen Turm in barocker Formensprache an. Dieser Turm blieb übrigens der einzige Barockkirchturm in Leipzig. 1894/97 ersetzte man das spätgotische, inzwischen baufällige, Kirchenschiff durch einen wesentlich größeren neobarocken Neubau.                                                                                                                            In der Gruft unter dem Kirchenschiff standen seit 1900 die Sarkophage mit den Gebeinen von J. S. Bach und C. F. Gellert. Man entschied sich 1949 das im 2. Weltkrieg abgebrannte Kirchenschiff abzubrechen, den beschädigten Kirchturm aber aus kulturhistorischen Gründen zu erhalten.                                                                                                                                                                                                                                                                                 Der Turm wurde 1956 aus Spenden der Leipziger Bevölkerung instandgesetzt und erhielt sogar seine Turmhaube bis zum mittleren Dachkranz zurück. Seine markante Dominanz wurde übrigens bei allen städtebaulichen Untersuchungen weiterhin respektiert. Die Anfang der 1960er Jahre aufgestellten neuen städtebaulichen Leitlinien führten allerdings dazu, daß baulich und mental in radikalster Form mit der Vergangenheit gebrochen werden sollte. Im Zuge einer „Enttrümmerungsaktion“ wurde daraufhin der neu sanierte Johanniskirchturm auf Geheiß der sozialistischen Machthaber am 9. Mai 1963 gesprengt und die Trümmer in einer Nacht-und Nebelaktion  beseitigt.                                   Seitdem verkam der einst von Urbanität geprägte Johannisplatz zur Brachfläche.  Auch wenn die auf dem Platz neu gepflanzten Kirschbäume, zumindest im Frühjahr,  die Tristesse etwas übertünchen,  so ist die allgemeine Unzufriedenheit darüber nach wie vor spürbar.

 Im Jahr 2013 erhielt der Johanniskirchturm Leipzig e. V. die denkmalschutzrechtliche Genehmigung zur Errichtung eines Erinnerungskreuzes auf dem Johannisplatz, um an den markanten Turm zu erinnern.                                                                                                                                                         Die Mitglieder des Vereins stellten das Kreuz anläßlich der 70-jährigen Wiederkehr des Datums der Zerstörung der Kirche am 4.12.1943 durch britische und amerikanische Bomber im Jahr 2013 auf.

 Das Kreuz aus Eichenholz gefertigt, hat eine Aufstellhöhe von ca. 4 Metern. Der Querbalken des Kreuzes enthält den Schriftzug „ Zur Erinnerung“ aus aufgeschraubten Lettern. Der Standort des Kreuzes markiert den Standort des ehemaligen Kirchturmes.